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Solipsismus - Zufall der Geburt - Weltgeist

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Peter Möller

Ein zuweilen interessanter, gleichwohl kritikabler Philosoph, der im Internet ein umfangreiches Archiv geschaffen hat -
dafür sei ihm gedankt

Themenbezogene Links:






Olaf L. Müller
„Wirklichkeit ohne Illusionen oder Der Abschied vom Skeptizismus“

Interne Links:








Solipsismus – Zufall der Geburt – Weltgeist


Metaphysik ist für diesseitige Zwecke nichtsnutziger Tand. Dieser Artikel enthält davon reichlich. Wer sich hierher verirrt hat, um sich mit Tipps und Tricks für die Weltläufte zu versorgen, dem sei die Backspace-Taste an's Herz gelegt.

Solipsismus:

Das Paradox der nachfolgenden Ausführungen zum Solipsismus sei vorweggenommen:
Wenn der Solipsismus existiert, existiert niemand, der den Artikel lesen könnte;
und wenn er nicht existiert, braucht niemand den Artikel zu lesen, weil er etwas nicht Existentes zum Gegenstand hat.
Da der Solipsismus indes nicht falsifiziert werden kann, kann guten Mutes fortgefahren werden.

Eine kurze platzsparende Definition in Wikipedia – Stichwort „Solipsismus“:

"metaphysischer Solipsismus: Nur das eigene Ich existiert. Nichts außerhalb des eigenen Bewusstseins existiert, auch kein anderes Bewusstsein."

Wer sich umfassender informieren möchte ist beim hier verehrten deutschen Philosophen (einer der Wenigen, die diese Bezeichnung verdienen) Peter Möller – Stichwort „Solipsismus“ gut aufgehoben.

Unklar ist dabei allenfalls, ob meine Gedanken in meinem Ich produktiv entstehen oder mir wie alles andere zum gefälligen Kopfkinoerlebnis vorgeführt werden.

Wer hat‘s erfunden? Anscheinend hat René Descartes (1596 - 1650) in "Discours de la méthode" (1637) den Stein ins Rollen gebracht:

„Über die Kritik der Sinneserkenntnis bezweifelt er den Wahrheitsgehalt seiner Wahrnehmung. Woher können wir wissen, dass unsere Eindrücke mit der Welt, wie sie realiter ist, übereinstimmen. Könnte nicht ein allmächtiger Gott betrügerische Absichten verfolgen (deus deceptor) und den Menschen bewusst täuschen. Damit bringt Descartes einen Dämon ins Spiel, der falsche Vorstellungen von der Welt ins Bewusstsein setzt, um den Menschen hinter das Licht zu führen und zu quälen. Dieser böse Dämon (genius malignus) manipuliert Realität und illusioniert falsche Wirklichkeiten, wodurch sich die wahrgenommene Welt von der eigentlichen Realität fundamental unterscheidet. Der Mensch ist ohne Möglichkeit der Gewissheit.“ „Descartscher Dämon“

2 Originalzitate:

„Meditationen über die Grundlagen der Philosophie“, 1641:

„Nun, wenn er mich auch täuscht, so ist es also unzweifelhaft, daß ich bin. Er täusche mich, so viel er kann, niemals wird er jedoch fertigbringen, daß ich nichts bin, so lange ich denke, daß ich etwas sei. Und so komme ich, nachdem ich nun alles mehr als genug hin und her erwogen habe, schließlich zu der Feststellung, daß dieser Satz: „Ich bin, ich existiere“ (lat. ego sum, ego existo), so oft ich ihn ausspreche oder in Gedanken fasse, notwendig wahr ist.“

„Prinzipien der Philosophie“, 1644:

„Indem wir so alles nur irgend Zweifelhafte zurückweisen und für falsch gelten lassen, können wir leicht annehmen, dass es keinen Gott, keinen Himmel, keinen Körper gibt; dass wir selbst weder Hände noch Füße, überhaupt keinen Körper haben; aber wir können nicht annehmen, dass wir, die wir solches denken, nichts sind; denn es ist ein Widerspruch, dass das, was denkt, in dem Zeitpunkt, wo es denkt, nicht bestehe. Deshalb ist die Erkenntnis: »Ich denke, also bin ich,« (lat.: ego cogito, ergo sum) von allen die erste und gewisseste, welche bei einem ordnungsmäßigen Philosophieren hervortritt.“

Dann David Hume in „Traktat über die menschliche Natur“, 1739, S. 144:

„Wir mögen unsre Aufmerksamkeit noch so sehr außer uns selbst richten, und unsre Einbildungskraft bis zu den Himmeln oder die entferntesten Grenzen des Weltalls treiben, so werden wir doch nie einen einzigen Schritt über uns selbst hinauskommen, und werden nie eine andre Art von Existenz wahrnehmen, als solche Vorstellungen, welche in dem engsten Kreise unsrer Selbst erschienen sind.“

Und nicht zu vergessen Ludwig Wittgenstein – „Tractatus logico-philosophicus“ (1918) – mit linguistischem Blödsinn verschwurbelt:

„… inwieweit der Solipsismus eine Wahrheit ist.
Was der Solipsismus nämlich meint, ist ganz richtig, nur lässt es sich nicht sagen, sondern es zeigt sich.
Dass die Welt meine Welt ist, das zeigt sich darin, dass die Grenzen der Sprache (der Sprache, die allein ich verstehe) die Grenzen meiner Welt bedeuten.
5.621
Die Welt und das Leben sind Eins.
5.63
Ich bin meine Welt. (Der Mikrokosmos.)“


Peter Möller schreibt zu diesem Thema unter anderem:

„Es ist ein Trugschluss zu glauben, weil ich Sinneswahrnehmungen habe, müsse es auch etwas geben, das auf meine Sinne einwirkt. Ich könnte ja auch ganz allein der Schöpfer dieser Wahrnehmungen sein (wie im Traum). Außerdem, unbezweifelbar sind lediglich meine Wahrnehmungen als ein Erlebnis. Meine Sinne können auch das Produkt meines Erlebens sein und keine von diesem Erleben unabhängige Existenz haben.

Soviel ich auch nachdenke, soviel ich auch versuche mit dem Gefühl zu verstehen oder mich um neue Wahrnehmungen bzw. Informationen bemühe, ich kann doch immer nur neue Erlebnisse hervorbringen, nichts anderes. Es scheint, dass ich in der Welt meiner subjektiven Erlebnisse gefangen bin und kein Weg hinausführt. Es scheint so zu sein, dass jegliche objektive Wahrheit für mich unerreichbar ist.“


Das ist auch schon der Übergang zur prinzipiell von vornherein zum Scheitern verurteilten

Widerlegung des Solipsismus:

Mit den Zitaten von von David Hume und Peter Möller ist eigentlich schon alles gesagt. Das Bewusstsein bzw. Denken wird nie in der Lage sein, aus sich herauszutreten und eine etwaige Außenwelt zu verifizieren.

Es bedarf auch keiner komplizierten Überlegung, um sich Gewissheit darüber zu verschaffen, dass der Solipsismus nicht per Verweis auf die sich in der Praxis ständig mit Notwendigkeiten geltend machende „Existenz“ der Welt, insbesondere auf das Verhalten des Menschen in seiner Umwelt, in Frage zu stellen ist. Stellvertretend für derartige Fehlschlüsse sei zitiert eine Andrea Birk – „Vom Verschwinden des Subjekts“, Seite 5:

„Gewiss, vieles scheint gegen den Solipsismus zu sprechen, denn die Ansicht, dass nur allein Ich existiere, nach landläufigem Verständnis Kernthese dieser philosophischen Position, wird im Allgemeinen als absurd, ja schlichtweg als lächerlich angesehen. Dies verbürgt die Praxis des täglichen Miteinander, in der sich der Gedanke des einsamen Ich, des solus ipse als konfus und widersprüchlich erweist. So mag es zwar sein, dass jemand, der ernstlich darauf besteht, nur er allein existiere, nicht stringent widerlegt werden kann, da er bereits das Dasein seines argumentierenden Gegenübers bezweifelt, vertreten und durchgehalten werden kann diese Position in der Alltagswirklichkeit jedoch ebenso wenig.“

Wie sollte sich denn der Solipsismus an der „Praxis des täglichen Miteinander“ bzw. „Alltagswirklichkeit“ blamieren, wenn diese doch vom Dämon vorgegeben wird und das Ich gar nicht gefragt wurde, wie es sich denn in einer angeblich wirklichen Welt verhalten möchte. Glaubt Andrea Birk allen Ernstes, sie könne die philosophische Alternative des allein existierenden Ichs, jedoch nicht agierenden, da nicht existierenden Menschen mit dem Verweis auf dessen angebliches Handeln in der Welt in Misskredit bringen? Mit dieser Art von Logik ist es nicht sehr weit her. Nein, sie ist schlicht parteilich, wie schon die Formulierung „wird im Allgemeinen als absurd, ja schlichtweg als lächerlich angesehen“ nahelegt, und als Wissenschaftlerin nicht ernst zu nehmen.

In das gleiche verstimmte Horn bläst zum Beispiel das „Online-Wörterbuch Philosophie“, Stichwort „Solipsismus“:

„Allerdings muss sich ein Solipsist fragen lassen, ob er seinen Standpunkt als mitteilbaren überhaupt vertreten kann, ohne in einen Selbstwiderspruch zu geraten.“

Schreiben die alle voneinander ab?

Ludwig Wittgenstein war da schon deutlich intelligenter:

„Wenn nun der Solipsist sagt, daß nur seine eigenen Erfahrungen wirklich sind, dann ist es nutzlos, ihm zu antworten: „Warum sagst du uns das, wenn du nicht glaubst, daß wir es wirklich hören können?“ Oder zumindest dürfen wir nicht glauben, daß wir auf seine Schwierigkeiten geantwortet haben, wenn wir ihm diese Antwort geben.“ („Das Blaue Buch“, S. 95)

„Der Mann, den wir als Solipsisten bezeichnen und der sagt, daß nur seine Erfahrungen wirklich sind, streitet damit nicht über irgendeine praktische Tatsachenfrage mit uns, er sagt nicht, daß wir simulieren, wenn wir über Schmerzen klagen, er bemitleidet uns ebenso wie jeder andere, und gleichzeitig will er den Gebrauch des Titels »wirklich« auf das einschränken, was wir seine Erfahrung nennen würden; und vielleicht will er unsere Erfahrungen überhaupt nicht »Erfahrungen« nennen (wiederum, ohne mit uns über irgendeine Tatsachenfrage zu streiten).“ (a.a.O., S. 95f.).

Nur am Rande sei noch erwähnt, dass die verrückte Behauptung Andrea Birks, der Solipsismus sei nicht „stringent“ zu widerlegen, da sein Vertreter „bereits das Dasein seines argumentierenden Gegenübers bezweifelt“, eine Verharmlosung jeglicher Widerlegungsversuche darstellt. Warum sollte ein Argument eines nur in der Phantasie Existierenden anders zu würdigen sein, als das eines wirklichen Menschen? Birks Einlassung lässt im Übrigen Rückschlüsse auf ihre verquere Denkweise zu: Ihr scheint das Argument einer ihr vertrauten Person eo ipso wertvoller als das einer anonymen, nicht positiv gefühlsbesetzten. Weibliche Logik?

Nein, der zwingende Grund für das Scheitern des Anti-Solipsismus wurde oben benannt und gegen den ist logisch nichts zu erinnern.

Wenigstens kriegt Andrea Birk später auf Seite 25 ihres Opus noch die Kurve, wenn sie Rudolf Carnap zitiert:

„Es ist keine Situation denkbar, in der die Position des Realisten oder die des Idealisten empirisch verifiziert (d. h. begründet) oder falsifiziert (d. h. widerlegt) werden könnte; deshalb ist weder die Aussage des einen noch die des anderen sachhaltig. „Die Wissenschaft“, so folgert Carnap, „kann in der Realitätsfrage weder bejahend noch verneinend Stellung nehmen“ (Seite 25).

Braucht man jetzt zum Denken eigentlich schon Situationen?

Literaturhinweis – Linguistische Blödeleien über den Solipsismus:

Zu schlechter Letzt sei im Rahmen von Schwachheiten über den Solipsismus noch erwähnt ein Artikel eines deutschen Vielosophen namens Olaf L. Müller mit dem Titel „Wirklichkeit ohne Illusionen oder Der Abschied vom Skeptizismus“ in Humboldt-Spektrum 3/2005, in dem er unter Zuhilfenahme linguistisch-philosophischer Einfälle des Amerikaners Hilary Putnam im Grunde den Solipsismus (ohne diesen namentlich zu erwähnen) zu widerlegen vorgibt, wobei er sich eines Modells eines mit einem Simulationscomputer verbundenen Gehirns in einem Tank bedient. Dieser Artikel besteht aus – nicht justiziabel ausgedrückt – Absurditäten en masse, sodass er eigentlich weniger als Ärgernis, denn als irrlichternde Realsatire auf die Verkommenheit des Wissenschaftsbetriebes zu dienen vermag. Eine ausführliche Kritik dieses Elaborats findet sich an dieser Stelle, auf dieser Welle unter dem Titel „Putnam/Müller – Linguistische Blödeleien über den Solipsismus“. Es wäre zu viel der Ehre für Putnam und Konsorte, mit einer derartig umfangreichen Kritik diesen Artikel zu versauen.

Es gibt wohl nur einen Pseudo-Einwand gegen den Solipsismus, den der mangelnden Plausibilität: Warum sollte ein Dämon dieses ganze Theater inszenieren? Nur um das Ich bei Laune zu halten? Und woher kommt dann eigentlich der Dämon? Ist der in einer realen Welt zu verorten oder auch nur eine Inszenierung?

Dass darauf keine schlüssigen Antworten zu finden ist, widerlegt den Solipsismus noch lange nicht.

Fragen über Fragen:

Man vergleiche diese gerade zum Solipsismus gestellten Fragen mit denjenigen, die die auf scheinbar festem Boden stehenden Anhänger der realen Welt beunruhigen könnten:


Unplausibilitäten gäbe es also auch in einer realen Welt jede Menge, kaum jemand nimmt das aber zum Anlass, die Realität der Welt in Frage zu stellen.

Zufall der Geburt:

Dass mit dem seit Geburt ohne ersichtlichen Grund in einem Körper hausenden Ich nicht alles mit rechten Dingen zugeht, wurde bereits angedeutet. Umso erstaunlicher ist der Umstand, dass praktisch niemand dieses Mysterium anspricht, vor allem solche, die mit der für sie (von wem?) getroffenen Auswahl wegen sozialen Status, Geldmangels, Behinderung, Hässlichkeit etc. nur bedingt einverstanden sind. Ganze Völkerheerscharen zum Beispiel in Afrika hätten Grund genug, sich einschlägig über die über ihren Kopf hinweg getroffene kontinentale Zuweisung zu beschweren. Hat dieses Tabu psychologische Gründe (vermeintliche Kritik an den Eltern?) oder gilt derlei Missmut schon als Häresie gegen den realistischen Blick auf die Welt?

Dabei bezieht sich der Zufall der Geburt ja keineswegs nur auf die Auswahl innerhalb der Menschheit. Im Naturkundemuseum im Ottoneum wird die Anzahl aller Lebewesen auf der Erde mit 10^18, also eine 1 mit 18 Nullen, kolportiert, wobei das zugegebenermaßen ganz überwiegend Insekten sind. Aber was spricht dagegen, als Insekt geboren zu werden? Nun gibt es grob 10 Milliarden Menschen, also 10^10. Die Wahrscheinlichkeit, als Mensch das Licht der Welt zu erblicken anstatt als anderes Lebewesen wäre demnach 1 : [10^(18-10)] = 1 : 10^8 = 1 : 100.000.000, also 1 : 100 Millionen. Soll man also einfach schlucken, dass das Ich persönlich die Ehre hatte, bei der Geburt als einziger Mensch unter 100 Millionen Lebewesen erwählt worden zu sein. So ein Glück aber auch! Gar nicht zu sprechen von all den Aliens, die das Universum oder das Multiversum bevölkern.

Fast ist man da ja schon versucht zu glauben, dass es mit dem Zufall bei der Geburt doch nicht so weit her sein kann. Und wenn man dann noch den Solipsismus im Hinterkopf hat, könnte man schon der Verschwörungstheorie verfallen, dass die eigene Geburt nach dem Willen eines Dämons eine Schnitzeljagd einleiten sollte, an deren Ende die Aufdeckung, wenn schon nicht unbedingt des Solipsismus selbst, so doch wenigstens aller Merkwürdigkeiten der von uns wahrgenommenen Scheinrealität stehen soll. Interessant ist aber schon, dass ausgerechnet dieser aus 10 Milliarden vernunftbegabten Wesen ausgewählte Mensch auf den weithin unbekannten Solipsismus kommt … Ist das Ich so etwas wie eine ferngesteuerte Laborratte, vornehm ausgedrückt ein animal metaphysicum? Und wer ist in diesem Zusammenhang Dr. Frankenstein?

Kann es Zufall sein, dass ich im Körper der einzigen Art stecke, die in der Lage ist, sich Gedanken über den Solipsismus zu machen oder wird mir im Solipsismus vorgegaukelt, ein vernunftbegabtes Lebewesen zu sein, um mich auf schlüssige Weise mit dem Solipsismus zu konfrontieren? Müsste nicht der Dämon in homerisches Gelächter ausbrechen angesichts der Absurdität, dass dieser reinen Subjektivität nach der Logik ihrer virtuellen Welt eingetrichtert wird, im Körper einer Art zu hausen, die sich vermittelst ihres hochentwickelten Geistes über alle anderen Arten zu erheben vermag und sich darauf etwas einbildet, obwohl sie doch nur eine immaterielle Marionette ist?

Weltgeist:

Nachdem nun nichts geklärt ist, kann noch einer draufgesetzt werden.

Dieser suspekte Zufall der Geburt, die Auswahl eines einzigen Lebewesens für die Implantation des Ichs, wäre zu relativieren oder gar auszuschließen mit der Annahme, dass es gar kein individuelles Ich gibt, sondern ein Welt-Ich, einen Weltgeist, der alle Ichs dieser Welt umfasst, ohne dass diese voneinander wissen, da jeweils in dem für sie reservierten Körper von der übrigen Welt abgeriegelt? Dann hätte „ich“ alles erlebt bzw. würde „ich“ alles erleben, was auch andere Lebewesen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erlebten, erleben und erleben werden, natürlich nicht in meinem Körper, sondern in deren. Alles was ich anderen Menschen oder Tieren antue, würde ich dann mir selbst antun. Wäre auch eine Argumentationsbasis für Tierschützer und Friedensbewegte, vermutlich hätten die aber Angst vor einer Einlieferung in die Psychiatrie, ihr Ruf ist ja nicht der beste.

Nochmal Peter Möller:

„Vielleicht ist es nun so, dass zwar alle Menschen in der Welt meines Wachbewusstseins selbständige, sich wissende Subjekte sind, also ein Bewusstsein von sich und der Welt haben, aber diese individuelle Bewusstseins-Aufspaltungen eines alles umfassenden Weltbewusstseins sind. Die Trennung der einzelnen individuellen Bewusstseine wäre nur eine partielle, vorübergehende, oder eine Täuschung, oder aber auch eine Wirklichkeit, der eine andere, widersprechende Wirklichkeit gegenübersteht. Ob es nur ein Bewusstsein gibt oder mehrere, wäre nur eine Frage der Betrachtungsweise. Der Weltgeist wäre eine Art »Multipler Persönlichkeit«, jeder Mensch wäre eine Person in ihm …“.

Und Friedrich Wilhelm Nietzsche, "Also sprach Zarathustra", Kapitel 68:

„Nun sterbe und schwinde ich, würdest du sprechen, und im Nu bin ich ein Nichts. Die Seelen sind so sterblich wie die Leiber. Aber der Knoten von Ursachen kehrt wieder, in den ich verschlungen bin, – der wird mich wieder schaffen! Ich selber gehöre zu den Ursachen der ewigen Wiederkunft. Ich komme wieder, mit dieser Sonne, mit dieser Erde, mit diesem Adler, mit dieser Schlange – nicht zu einem neuen Leben oder besseren Leben oder ähnlichen Leben: – ich komme ewig wieder zu diesem gleichen und selbigen Leben, im Grössten und auch im Kleinsten, dass ich wieder aller Dinge ewige Wiederkunft lehre …“

Zur Ehrenrettung dieser Webseite sei versichert, dass die hiesige Theorie vom Weltgeist nicht von Möller bzw. Nietzsche plagiiert wurde, vielmehr als mögliche Schlussfolgerung aus dem Zufall der Geburt gezogen wurde. Zwei Wege, ein (mögliches) Resultat.

Sollte die Welt von der Realität sein, die uns mit unseren Sinnen eingebläut wird, wüsste der Verfasser mit Möller bzw. Nietzsche um – wenn schon nicht Vordenker, so doch – Paralleldenker, die ihm das Gefühl der metaphysischen Einsamkeit ein wenig abnehmen.


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